Deep Dive Bayreuth #10 Warum der Wasserfloh so wichtig ist

Shownotes

In dieser Folge tauche ich gemeinsam mit meinem Gast Matthias Schott unter die Oberfläche des aquatischen Ökosystems und entdecke die faszinierende Welt der Wasserflöhe. Wir sprechen darüber, welche Schlüsselrolle diese kleinen Tiere bei der Wasserqualität und für die gesamte Nahrungskette spielen – und warum ihr Geruchssinn dabei so entscheidend ist. Außerdem erfahren wir, wie Mikroplastik und andere Chemikalien die Wahrnehmung und das Verhalten der Wasserflöhe beeinflussen können, mit teils dramatischen Folgen für Seen und Flüsse.

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00:00:04: Deep Dive Bayreuth, der Podcast, wer unter die Oberfläche der Forschung an der UBT schaut mit Jennifer Opel.

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu Deep Dive bayreuth!

00:00:15: Ich freue mich dass wir heute wieder einen Gast aus dem SFB Mikroplastik bei uns haben.

00:00:21: aber wie wir alle wissen da gibt es sehr viele Themen die auch sehr unterschiedlich sind.

00:00:26: deshalb starte ich gleich mal mit meiner Frage um was geht's heute eigentlich?

00:00:31: Wir unterhalten uns heute über die kleinsten im Ökosystem Wasser, also die kleinste nach den Algen und das sind die Wasserflöhe.

00:00:39: Und bei den Wasserflöhnen schauen wir uns an was die Wasser Flöhe riechen.

00:00:44: Also wir können messen oder sehen was Wasser flöhe Riechen und es ist unheimlich relevant für des Aquatrische Ökosesystem weil die Wasser-Flöhe so ein Schlüssel dort sind, also auch generell selbst für uns.

00:00:59: Also uns wird ja auch immer gesagt, wir sollen Fische essen wegen diesen ungesättigten Fettsäuren.

00:01:05: Und diese ungesettigten Fetsäuren können auch die Fische nicht einfach so produzieren, sondern sie kommen eben aus den Algen und unsere Wasserflöhe sind die einzigen, die durch ihr filtrieren an diese Algen rankommen und damit für alle anderen in dem Ökosystem diese ungeschätigten Festsäuren zur Verfügung stellen.

00:01:21: Das heißt Sie müssen eigentlich Wasserflöhle essen?

00:01:23: Ja genau, es gibt ja diesen Trend auch mit Insektenessen.

00:01:27: Weil das halt den CO² Fußabdruck wesentlich besser ist.

00:01:31: So von der Nahrungspyramide wäre das von den tropischen Ebenen total clever wenn wir das machen würden.

00:01:37: Wasserflow-Patties.

00:01:39: Wenn es nur machbar wäre, das ist glaube ich der nächste Step der dann die Forschung.

00:01:43: vielleicht müssen wir die Kulmbacher da ins Boot holen?

00:01:45: Ja genau oder ja ist halt auch immer die Frage.

00:01:47: also bei den Sekten harbert sie daran dass einfach die Menschen doch einen gewissen Ekel davor empfinden.

00:01:52: und vielleicht ist es bei Wasserflöhnen auch so.

00:01:54: Ich weiß noch nicht wie sie schmecken habe ich noch nie ausprobiert.

00:01:56: Das ist dann das nächste Projekt.

00:01:58: Jetzt sind wir schon ein bisschen eingestiegenes Thema aber jetzt müssten wir doch mal wissen wer sitzt mir heute eigentlich gegenüber?

00:02:03: Hallo ich bin der Matthias Schott Komm eigentlich hier aus Bayreuth.

00:02:07: Ich habe in bayreuth Biologie studiert und hab da erst mal Kontakt mit chemischer Ökologie gehabt, also wie Tiere miteinander kommunizieren und wie sie sich verteidigen.

00:02:15: Da ging auch meine Diploma bei drum.

00:02:17: Da gingen so kleine Insekten die sich verteilt haben.

00:02:20: dann bin ich nach Gießen promoviert und habe mir angeschaut wie man Insekte als Sensoren nutzen kann.

00:02:25: Da habe ich auch das erste Mal diese Messungen gemacht wo man sehen kann was ein Insekt riecht.

00:02:29: Und dann habe ich auch angefangen Insekten zu trainieren, also Honigbienen.

00:02:33: Die haben wir auf Heroin trainiert und damit quasi Sensoren für Heroin gebaut.

00:02:39: Dann bin ich in die Ökotoxikologie gekommen was sich total spannend fand.

00:02:43: Also das ist wenn man sich anschaut wie Menschen gemachte Substanzen wie die Tiere oder Ökosysteme beeinflussen.

00:02:51: Da gibt es immer so Zeigerorganismen die man sich anschaut und in dem Fall habe ich mir Honigbeinen und Pestizide angeguckt Und hab da ein paar interessante Studien machen können.

00:02:59: Dann bin ich von Gießen nach Köln, da bin ich zum ersten Mal ins Wasser eingetaucht und habe mir dann die Wasservlöhe angeschaut und die Pheromone der Wasservlühe.

00:03:08: und nun bin ich wieder in Bayreuth und bin in der Tierökologie und schaue mir eben auch wieder Ökotoxikologie an und halt vor allem unsere akwatischen Schlüsselorganismen eben ganz, ganz wichtig für die Ökosysteme sind und eben auch für diese Kipppunkte zuständig sind.

00:03:26: Wenn man irgendeinem Teich oder einem See wobei kommt und der besteht eigentlich nur noch aus Algen dann kam es zu so einem Kipppunkt, wo eben die kleinsten plötzlich verschwunden sind.

00:03:36: Das heißt wenn so ein See nicht mehr begehbar ist, dann fehlen die Wasserflöhe?

00:03:41: Die werden normalerweise die Algen in Schach halten, sie konkurrieren umeinander.

00:03:46: Umso mehr Algen und Wasserflöhe kann es geben.

00:03:49: Irgendwann gibt es wesentlich mehr Wasservlöhe als Algen, dann gibt es eine Klarwasserphase.

00:03:53: aber es kann auch dazu führen dass irgendwann mal kippt das System und dann gibt's keine Wasserflöhme mehr und dann frisst keiner mehr die Alken weil das kann keiner sonst.

00:04:01: Und dann ist unser See umgekippt.

00:04:03: Man sieht es ja im Sommer häufig in Badegewässern, dass die gesperrt sind.

00:04:07: Das liegt daran, dass Wasserflöhe weg sind und zu viel

00:04:10: Algen kommen.

00:04:10: Genau da kommt noch was dazu.

00:04:11: Da kommen dann Blau-Algen dazu, die Toxine produzieren, die sowohl für die Wasserflöhre als auch für uns Menschen giftig sind oder auch für Tiere.

00:04:19: Also dann sollte man eben nicht mehr in das Gewässer gehen, wenn das gespart

00:04:22: ist.".

00:04:22: Und Wasserflöhe sind jetzt ja vom Namen her jetzt nicht so dass man denkt, oh, möchte man unbedingt haben?

00:04:27: Aber es hört sich ja doch so an als braucht man sie unbedingt!

00:04:30: Ist das wie bei einer Spinne?

00:04:31: vielleicht wo man sagt auf den ersten Blick vielleicht will man's nicht im Haus aber auf dem zweiten hat man halt weniger Mücken?

00:04:36: Ne sogar cooler.

00:04:37: also bei Spinnen hat man ja ein bisschen einen antrainierten Ekel oder auch weil die sich komisch bewegen und zu viele Beine haben und so weiter.

00:04:46: So Wasserflöhe haben auch unheimlich viele Beinen, aber die sieht man kaum.

00:04:49: Also diese sind in einer Schale drin und im Prinzip also der Name Wasservloh wurde ihm gegeben weil sie halt dem Wassersohn ein bisschen herum hüpfen.

00:04:58: Die sind sehr, sehr klein und durch ihr Bewegungsverhalten.

00:05:02: eigentlich ist die Reaktion das alle muss sagen, ah, das ist mir noch gar nicht aufgefallen.

00:05:05: Ah, die sind ja putzig!

00:05:06: Und wenn man dann auch klar macht er okay.

00:05:07: also die Säugen dafür dass es wasserklar wird und auch noch dafür dass überhaupt dieses ganze Ökosystem funktioniert, dann ist eigentlich immer schon schnell eine Begeisterung da begrenzt sich auch nicht nur auf das aquatische Ökosystem, sondern auch diese ganzen Nährstoffe die da aus den Algen rauskommen.

00:05:24: Die gehen dann auch wieder an Land und alle möglichen Vögel

00:05:27: usw.,

00:05:28: die brauchen im Prinzip diese Nährstoffe, die dann halt über Eintag fliegen oder sonst wie aus dem Wasser raus kommen.

00:05:33: Jetzt hast du gerade gesagt, die heißen nur so, weil sie so rumhüpfen?

00:05:37: Normalerweise also verbinde ich mit Flöhnen ja das Jucken bei Sandflöhnen oder sonstigen Flöhne, die man bei Tieren kennt dass man immer kratzen muss.

00:05:45: sind die denn dieses Jucken ausreihen?

00:05:47: Nein, das

00:05:48: hüpfen einfach

00:05:49: nur.

00:05:50: Wasserflösen Algenfiltrierer gehen an gar keine Organismen ran.

00:05:54: Die können nicht stechen oder beißen und lösen dementsprechend keinen Jucken.

00:05:58: Der Name ist irreführend.

00:06:00: Das wurde im Bloß wegen ihrem sprunghaften Schwimmverhalten gegeben.

00:06:05: Okay, jetzt hast du gesagt die sind sehr klein.

00:06:08: Wie klein ist denn sehr klein?

00:06:10: So ein Millimeter groß.

00:06:11: also es gibt unterschiedliche Arten.

00:06:12: wir arbeiten viel mit Daphnia Magner dem großen Wasserfloh der ist halt zwei Millimeter gross.

00:06:18: Riesig!

00:06:19: Ja riesig.

00:06:20: aber wir haben auch ganz viele kleine Arten.

00:06:21: also wir haben den ganzen Wasserflohr Zoo aus der ganzen Welt in unseren Klimakammern die halt in unterschiedlichsten Bedingungen aufgewachsen sind mit denen man sehr sehr spannende Sachen austesten kann und da gibt's auch sehr kleine Arte dann auch manchmal auch gescheut werden, weil sie wirklich sehr schwierig rum zu pipettieren sind.

00:06:40: Aber halt dann auch sehr relevante Arten die halt sehr wichtig fürs Ökosystem sind.

00:06:45: Und was bringt das?

00:06:48: Erstmal ist es wichtig dass sich Tiere in einem Ökosesystem, dass sie miteinander kommunizieren können.

00:06:54: und diese Kommunikation funktioniert bei uns halt sehr viel visuell mit Ton aber ganz vielen Tieren funktioniert über Geruch.

00:07:03: Das ist ein Land und im Wasser auch so.

00:07:05: Und dieses Wahrnehmen ist bei Räuberbeute-Beziehungen unheimlich wichtig, unsere Wasservlöhe haben eine Superpower.

00:07:11: Die können sich verwandeln, also die können sich verteidigen.

00:07:15: Die bekommen dann ganz große Helme oder kriegen eine stärkere Panzerung, werden größer, werden kleiner je nachdem was eben für einen Räuber da ist.

00:07:22: Also sie können wahrnehmen der Räube ist da und dann veränder ich mein Erscheinungsbild.

00:07:26: Oder ich veränder meinen Verhalten, dass sie anfangen... in tiefere Regionen des Sees zu tauchen am Tag, wo sie nicht gesehen werden und nachts wenn die Fische schlafen gehen sie nach oben und fressen dann die Algen.

00:07:37: Und da ist wichtig dass diese Kommunikation funktioniert und wir tun als Menschen unser Bestes das es eventuell nicht funktioniert.

00:07:47: also das hast du ja schon angesprochen SFB Mikroplastik.

00:07:50: Wir schauen halt was Plastik für Auswirkungen hat und diese Auswirkung sind meistens nicht direkt tödlich Und diese ganzen Tests sind alle immer so ausgelegt, töten sie die Wasserflöhe oder auch die Algen.

00:08:03: Dann ist es richtig gleich schlecht.

00:08:05: aber auch wenn Sie bloß die Wasser Flöhe einschränken.

00:08:09: in Ihrer Wahrnehmung kann das genau so führen dass wir schneller zu diesen Kipppunkten kommen, da es so ein Ökosystem umgibt.

00:08:14: und ja die Wasser flöhe müssen halt ihre Feinde wahrnehmen können und wenn sie das eben nicht können dann werden sie halt schneller gefressen und dann sind plötzlich auf einen Schlag alle Wasserflöhwege weg Und dann haben die Fische nichts mehr zu fressen, dann haben sie sich quasi selber in die Flosse geschossen und dann können sie nix mehr fressenen.

00:08:38: Das heißt das Ziel eurer Forschung ist quasi festzustellen warum die Wasserflöbe einsträchtigt werden oder der Geruchssinn

00:08:45: Genau, genau.

00:08:47: Wir haben unterschiedliche Versuche schon gemacht und wenn man halt gewisse Substanzen ins Wasser gibt, also Chemikalien die wir sowieso an dauernd über die Kläranlage in unsere Beche und Flüsse und Sehen bringen, gibt es Einfluss auf die Wasserflöhe und auch auf ihre Verteidigungsfähigkeit.

00:09:02: oder auch mit Mikroplastik mit den unterschiedlichen Aditiven, die da drin sind.

00:09:07: Da tut sich ganz viel, da gibt's ganz neue Aditive Die kommen bei den normalen Tests, gehen die alles super durch weil sie eigentlich nicht wasserlöslich sind.

00:09:16: Aber dann plötzlich lösen sie doch bei den Wasserflöhen etwas aus und dann muss man sich halt überlegen wie kommt man da überhaupt dran?

00:09:21: Das ist eine ganz große Herausforderung der neue Versuche zu designen auch neue Gerätschaften zu entwickeln um das richtig aufnehmen zu können.

00:09:31: Weil bis jetzt das so ein bisschen unter dem Radar fliegt.

00:09:36: Ja, Mikroplastik.

00:09:38: Die Zahlen die halt in der Umwelt sind das ist stetig am steigen.

00:09:41: wir produzieren jetzt ja mehr und es ist alles gekommen um zu bleiben und das wäre relativ gut wenn man sehr schnell merken würden oh wir sind hier ein bisschen auf dem Holzpfad und sollten vielleicht wieder einen oder anderen Substanz uns ein bisschen zurückhalten.

00:09:56: Ja, ich glaube die Wissenschaft ist dadurch ausweiter als die Gesellschaft was diesen Bereich angeht.

00:10:01: Jetzt hast du gerade gesagt ihr müsst neue Versuche designen.

00:10:03: das es relativ kompliziert.

00:10:05: wie kann ich mir dann so ein Arbeitsalltag vorstellen?

00:10:07: Wir haben unsere Wasserflöhe die halten wir in Wegglässern und die stehen in der Klimakammer und da werden sie von uns mit Algen gefüttert und die sind dann relativ okay.

00:10:16: ist ein Wasserflog glückliches wird.

00:10:17: das eine philosophische Frage aber Sie vermehren sich und denen geht es da gut.

00:10:22: Und dann muss ich mir halt quasi überlegen, wie kommt der Wasserfloh normalerweise im Ökosystem mit seinem Stressor in Kontakt?

00:10:31: Und dann überlege ich mir so ein Expositions-Szenario.

00:10:35: also wie der Wasser Floh lernt er den Plus einmal kurz kennen diesen Stressor oder kommt er immer wieder in niedrigen Konzentrationen und das bekommt er dann quasi in sein Wasser.

00:10:46: Und danach schaut man halt braucht man halt irgendeinen Readout, also dass man irgendwie schaut wie verändert der sein Verhalten.

00:10:53: Also man hat dann die Kontrolle und den, den er behandelt hat.

00:10:56: Und dann schaut man halt verändert sich der Herzschlag, verändert sich die Geruchswahrnehmung was wir eben messen können, veränderts sich sein Verhaltens.

00:11:04: Wir haben zum Beispiel auch so eine lange Röhren wo mir quasi einen See simulieren und schauen können ob die Wasserflöhe wirklich diese Wanderungen nach unten machen wenn der Fischreiz da ist.

00:11:18: Und wenn wir dann im Labor soweit waren, dass man sagt okay, wir haben jetzt diesen Effekt im Labor gesehen.

00:11:23: Ist immer noch die Frage ja kann ein Labor Artifakt sein?

00:11:26: Im Weglas ist es nicht das normale Lebensumfeld und da haben wir in unserem Freigelände noch eine sogenannte Mesokosmen

00:11:35: d.h.,

00:11:36: Wir arbeiten nicht mehr in einem Liter sondern halt in sehr großen Gefäßen also so zweitausend Liter Behältnisse, die in einem großen Becken hängen Und das Becken ist eigentlich dazu da, dass alle Behältnisse die ja drinhängen, die unsere Replikate sind.

00:11:53: Die gleichen Temperaturbedingungen haben.

00:11:55: und dann kann man schauen, passiert es auch im großen Stil?

00:11:57: Also wenn wir quasi so ein ganz einfaches Ökosystem haben und es dann ansetzen und dann halt da unsere Behandlungen machen, passiert da was?

00:12:04: Auch davon eben Rückschlüsse finden ob jetzt diesen Einfluss dem er da gemessen hat, ob das einen Impact hat.

00:12:11: Jetzt hast du gerade erzählt ihr arbeitet auch am Freigelände, ist das an einem Campus oder ist das heute ganz frei woanders?

00:12:17: Nein, das ist direkt am Campus.

00:12:18: Neben dem botanischen Garten haben wir da so einen kleinen Bereich für uns, wo wir eben diese Becken haben und unsere Mesokosminversuche machen können.

00:12:26: Und da können wir auf sehr kleiner Fläche oder einem kleinen Volumen – also die sind drei Meter tief, da kann man in zwanzig Metertiefen See simulieren und dann eben schauen ob sich die Wasserflöhe so verhalten wie sie sich verhalten sollten.

00:12:41: Okay, dann gehe ich nochmal einen Schritt zurück.

00:12:43: Du hattest gerade gesagt ihr könnt dann überprüfen ob der Herzschlag sich verändert?

00:12:46: Ob die Geruchswahrnehmung sich verändert.

00:12:49: wie misst man denn bei dem Wasserfloh den Herzschlag oder wie misste man überhaupt eine Geruchswahrnehnung?

00:12:54: Okay erstmal Herzschläge.

00:12:56: Die Wasserflöhe haben den riesen Vorteil sie sind leicht durchsichtig.

00:12:59: das heißt ich kann wenn ich den Wasserflohr vor mir habe das Herz sehen Und man kann den Wasserfloh auch einfach unter so eine Stereolupe legen.

00:13:08: und wenn er das geschickt macht, dann ist der nicht super gestresst.

00:13:12: Dann hat er eigentlich einen ruhigen Herzschlag.

00:13:15: Und dann kann man eben das Medium austauschen und schauen, ah okay verändert sich der Herzschlager und passiert was physiologisch mit dem Tier?

00:13:23: Die Geruchsvernehmung ist ein bisschen komplizierter also... Vielleicht fangen wir mal so an, man kann bei uns Menschen messen was wir in unserer Nase riechen.

00:13:34: Also indem er einfach schaut, was für Nervenreize gehen da weiter?

00:13:38: Man kann das bei Insekten machen und bei Insekten macht man das relativ brutal, indem man die Antennen abschneidet und dann kann man quasi die Antennnen, die leben dann noch relativ lange weiter und dann können wir die einspannen zwischen zwei Elektroden und wenn da ein Aktionspotenzial auftaucht, dann erzeugt es ganz kleine Ströme, die man messen kann.

00:13:57: Unser mini kleiner Wasserflow hat auch Antennen.

00:14:00: Die sind aber noch wesentlich kleiner, sehr kleine Organe und die kann man eben auch kontaktieren.

00:14:08: braucht man entsprechende Apparaturen dazu so elektrische Mikromanipulatoren mit denen man ganz ganz kleine Schritte machen kann.

00:14:16: dann kann man sie kontaktiert und kann die Reizleitung zwischen dem Die Reizleitung, wenn eine Substanz wahrgenommen wird, erzeugt es einen Aktionspotenzial.

00:14:28: Und es gibt ja dann nicht nur ein Rezeptor sondern mehrere Rezeptoren die gleichzeitig feuern und dann haben wir den ganz kleinen Strom von paar Nanowollte und denen können wir messen.

00:14:39: Ach und das ist spannend?

00:14:41: Naja also das eine ist so Sachen wahrzunehmen, die unter unserer eigenen Wahrnehmung sind.

00:14:46: Also die einfach komplett anders in ihrer Wahrnehmung sind.

00:14:50: Es ist irre, also auch die Vorstellung, dass die Wasserflößen so klein das für die wasserunheimlich viskos ist.

00:14:56: Also die schümmen quasi in sowas wie Honig und das ist schon so, das Blumen meint.

00:15:00: ich kann man es schlecht vorstellen.

00:15:02: Da nehmen die Konzentrationen wahr, die halt einfach wirklich unheimlich gering sind und für mich ein Riesenantrieb ist.

00:15:08: halt diese Forschung hat eine direkte Auswirkungen.

00:15:11: als wenn wir herausfinden hey das ist gefährlich dann kann man da mit wiederum an die sogenannten Stakeholder herantreten und sagen, hey wir müssen entweder gesetzesmäßig was ändern.

00:15:21: Dass die und die Substanz nicht mehr rauskommt oder nicht mehr in den Mengen.

00:15:24: Man kann aber auch zu den Herstellern, die sind da auch relativ offen und sagen Hey passt auf hier ist etwas Problematisches sondern können die manchmal einfach nur irgendwas ändern?

00:15:34: Und dann ist es eventuell gar nicht mehr so kritisch.

00:15:37: also dass man einfach ein Bewusstsein dafür schafft.

00:15:40: Und du hast es vorhin schon angesprochen das man halt.

00:15:43: Diese bewussten Entscheidungen macht es halt auch so eine Geschichte.

00:15:47: So Science Communication ist halt auch unheimlich wichtig, dass man solche Sachen rausbringt.

00:15:51: also die Bevölkerung weiß okay darauf muss man achten das es gibt Produkte in denen sind Sachen drin die sind eigentlich nicht notwendig und wenn man sie weg lässt dann hat man einfach schon mal weniger Last im Ökosystem.

00:16:07: Es gibt halt Chemikalien, die sind drin.

00:16:09: Weil es behauptet wird der Kunde will das so aber der kunde wird eigentlich gar nicht gefragt.

00:16:13: also diese Entscheidungen sind so ein bisschen fragwürdig.

00:16:16: Also ich glaube wenn man das gut hinbekommt den Kunden zu informieren was alles in den Produkten drin ist dann wären die Kaufentscheidungen ganz anders.

00:16:23: und deswegen finde ich auch so Science Kommunikation so super spannend und mag das auch das halt rauszubringen um zu sagen hey hier gibt's halt die und die Probleme oder dass es halt meistens ist halt super komplex.

00:16:35: also du halt Ökosysteme und Probleme mit Ökosesystemen sind schon schwierig zu kommunizieren, weil man halt einfach so sagt ja klar es ist nur Wasserflöhe aber dann am Ende hat man keine Singvögel mehr wenn die nicht da sind.

00:16:48: Und das ist halt so okay da muss man erst mal hinkommen.

00:16:51: Ja ich glaube auch dass der Weg dahin ein weiter ist, wenn man gleich so der in meinem erhobenen Zeigefinger ist?

00:16:58: Genau genau um Gott zu willen!

00:17:00: Wir sind ja alle keine Heiligen und die Kaufentscheidungen haben ja auch viel mit Praktikabilität zu tun, wie man an Sachen rankommt.

00:17:07: Und halt auch überhaupt Informationen.

00:17:09: also wenn man sich die Zutatenliste von einem Deo oder Sonnenmilch durchliest das ist einfach absoluter Horror.

00:17:17: Und man kann ja nicht von jedem Produkt dass man kauft immer alle Zutatten sich irgendwie gegenchecken alleine schon weil sie oft irgendwie sofort klausuliert benannt sind, dass ein normaler Verbraucher halt nicht weiß ist da jetzt Mikroplastik drin?

00:17:28: Ist das eine Chemikalier die wir brauchen oder auch

00:17:30: nicht.

00:17:31: Oder bei Duftstoffen ist es auch so.

00:17:33: also bei ganz vielen Produkten ob das jetzt Waschmittel oder Deo ist, da steht halt hinten drauf einfach nur Perfüm.

00:17:40: Die müssen das irgendwo ganz versteckt im Internet, müssen sie's preisgeben.

00:17:44: aber man muss da wirklich lange suchen.

00:17:46: Und da gibt es halt auch Substanzen, die superproblematisch sind.

00:17:48: Die sind halt einfach so designt, dass sie nicht zerfallen.

00:17:52: dadurch kommt halt auch der Achtundvierzigstunden-Deo Effekt weil halt die Bakterien das Zeug nicht zerknappern können.

00:17:58: und wenn das dann halt im Wasser landet können Sie's auch nicht zerknabbern.

00:18:01: und dann ist es halt gekommen um zu bleiben und landet halt dann auch in den einzelnen Tieren reichert sich an und spielt dann halt auch wieder in der Kommunikation mit.

00:18:08: deshalb plötzlich mehr Noise im Gewässer quasi.

00:18:11: Du hattest gerade auch noch gesagt, manchmal habt ihr die Möglichkeit an die Industrie ranzutreten und denen zu sagen.

00:18:17: Ach da eine kleine Stellschraube und dann wär's besser?

00:18:20: Sind das denn die Leute, die euch schon ihre Produkte quasi zur Verfügung stellen?

00:18:23: oder wie kommt... Ja

00:18:24: es gibt halt einfach so Industriekooperationen wo man halt dann sagt okay hier gibts ein Forschungsprojekt.

00:18:30: natürlich muss man da unheimlich aufpassen dass sie nicht mitdiktieren können wie man seine Versuche designt.

00:18:35: aber da ist sehr viel offen.

00:18:36: also wo man gesagt wird ja Hier gibt es das und dann arbeitet man da zusammen.

00:18:41: Das ist eine Möglichkeit, das ist aber selten.

00:18:43: Andersrum ist es halt so.

00:18:44: wir haben halt auch wissenschaftliche Vorträge und da kommen dann halt trotzdem auch Industrievertreter dazu.

00:18:50: oder halt auf Tagungen trifft man die auch.

00:18:52: Und dann kann man halt miteinander reden und dann stellt man fest okay das sind doch nicht alle Böses sondern die wollen eigentlich auch ein gutes Produkt und halt auch eigentlich eine sichere Umwelt haben.

00:19:03: Dann kann man ins Gespräch kommen.

00:19:06: Auch wenn ich jetzt gerne noch über Honig bin und Heroin sprechen würde, neigt sich die Zeit unseres Podcasts dem Ende schon entgegen.

00:19:14: Ich würde trotzdem mal noch kurz fragen gibt es aber auch noch Bereiche wo du sagst ah Mensch mit den Kollegen würde ich vielleicht mehr mich noch gerne austauschen oder seid ihr schon so?

00:19:24: Ja

00:19:24: ich bin viel am suchen und ich mache wohlmehr viele Kooperationen von unterschiedlichen Bereichen weil ich das selber unheimlich spannend finde.

00:19:31: Auch von den Historikern kann man viel lernen und man kann auch Gerätschaften, also ich finde Analytics super spannend.

00:19:37: Und da gehe ich immer zu den Chemikern oder zu den Physikern rüber weil ich halt irgendwelche Gerätschaften nicht hab oder halt auch bloß mal ganz kurz brauche die haben.

00:19:46: Das ist schon cool in so einer Campus-Univers.

00:19:47: Man kann einfach schnell rüber laufen und hat dann eigentlich immer auch offene Türen.

00:19:53: Wenn man halt die anderen dafür begeistern kann... Da kommt man da eigentlich auch immer an das Rand, was man haben möchte.

00:19:58: Das ist schön!

00:19:59: Und wenn es dann irgendwann Wasserflow-Patties gibt, wenn ihr da eine Kooperation mit dem Campus in Kulmbach gemacht habt, dann lad ich dich nochmal ein zum Gespräch?

00:20:07: Genau, dann mach mal ne Verkostung.

00:20:09: Oh

00:20:09: ja, da bin ich gespannt drauf.

00:20:10: Also vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast für dieses kleine aber feine Gespräch heute.

00:20:15: Ich würde gerne noch eine kleine Werbung machen.

00:20:17: wir planen gerade im Wintersemester zwanzig sechsundzwanzig einen Science Lamp an der Uni Bayreuth zu machen.

00:20:26: Halte die Augen offen, da wird es bald Plakate für geben.

00:20:28: und dann gibt's eine Science Lemp-Veranstaltung in

00:20:31: bayreuth.

00:20:31: Das ist super schön!

00:20:32: Es ist ein wunderbares Schlusswort vielen Dank.

00:20:35: und ja dann würde ich sagen alle die heute Spaß hatten an dieser Folge sollten sich entweder die alten Folgen mal noch anhören oder einfach heute den Deep Dive Bayreth Podcast abonnieren.

00:20:46: wir freuen uns über Jede Bewertung und jeden Like, den wir bekommen.

00:20:50: Und dann gibt's uns zwei Wochen die nächste Folge Deep Dive Bayreuth!

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