Deep Dive Bayreuth #8 Pflege neu denken
Shownotes
In dieser Folge ist Sebastian Schmidt vom Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften zu Gast. Wir sprechen darüber, wie die Pflege älterer Menschen neu gestaltet werden kann - nicht nur in Deutschland, sondern mit einer klaren europäischen Perspektive. Wir tauchen tief ein in die Herausforderungen und Barrieren, die unterschiedliche Länder im Pflegebereich erleben, und diskutieren, warum gemeinsames Lernen und Co-Design so wichtig sind.
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00:00:04:
00:00:26: Um was geht's heute eigentlich?
00:00:29: Wir wollen uns über das Thema unterhalten, wie wir die Pflege ältere Menschen in Zukunft gestalten wollen.
00:00:36: Wie wir uns mit dem Pflegethema generell auseinandersetzen und wie wir hier insbesondere eine europäische Lösungsperspektive einnehmen können.
00:00:44: Dann stelle ich doch mal vor wer sitzt mir heute hier gegenüber?
00:00:48: Ich bin Sebastian Schmidt.
00:00:50: Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät hier an der Uni Bayreuth und bin insbesondere am Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften beschäftigt.
00:01:01: Ich komme ursprünglich aus dem Bereich der Sportmedizin, worund habe hier verschiedene Stationen durchlaufen bis ich an die Uni Bayreuth kam und mich dann eben verstärkt beziehungsweise primär mit den Bereichen der Gesundheitsökonomie beschäftigt um hier letztendlich dann promoviert und bin nun im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung in der Lehre und Forschung hier in der Uni bayreuth tätig.
00:01:23: Prävention ist ja ein großes Thema, also nicht nur an der Union in der Forschung sondern vor allem auch in der Gesellschaft.
00:01:30: Jetzt hast du gesagt ihr wollt eine europäische Perspektive eindehmen?
00:01:34: Wieso reicht denn deine deutsche Perspektiv nicht?
00:01:37: Ja es geht einfach darum im Rahmen der Europäischen Union hier eben die unterschiedlichen Länder und damit eben verbunden auch die unterschiedliche Voraussetzungen, Barrierenhürden
00:01:48: etc.,
00:01:50: gemeinsame Lösungen zu finden, wovon letztendlich dann auch die europäischen Partner bzw.
00:01:55: die einzelnen Mitgliedsstaaten eben auch gemeinsam profitieren können.
00:01:59: mit anderen Worten dass man kurz gesagt das Rad nicht neu erfindet sondern eben vorhandenes Wissen, vorhandener Evidenz, die wir generieren durch wissenschaftliche Methoden eben so aufbereiten, dass auch andere davon Nutzen oder einen Profit von tragen können damit am Ende des Tages gesellschaftlich insgesamt natürlich ein Mehrwert entstehen kann.
00:02:20: Jetzt sagst du, gesellschaftliche Barrieren, gemeinsame Barriere, kannst Du das vielleicht ein bisschen genauer formulieren?
00:02:27: Für welchen Barriern sprechen wir da?
00:02:29: Also in dem Bereich, in dem ich mich jetzt oder über das wir reden ist ja der Pflegebereich bzw im Englischen sagen wir Long-Term Care wobei der Kerbekopf hier nicht ausschließlich auf je Berufsgruppe der Pflegerinnen und Pflege- oder Pflegeprofessionen zu richten ist, sondern eben alle medizinischen und sozialen Berufskruppen im Grunde genommen umfasst.
00:02:49: Und hier gibt es unterschiedlichste Barrieren die letztendlich in der Versorgung bei den einzelnen Patientinnen und Patienten dann auch spürbar ankommen, sei es beispielsweise finanzielle Barriere, dass also Leistungen nicht in Anspruch genommen werden können oder andere räumliche Barriering beispielsweise wenn Menschen ältere Menschen vereintigen zum Beispiel im ländlichen Raum wohnen und dadurch in Anführungsstrichen von der Versorgung, die vielleicht eher in den großen Städten zentralisiert ist ein Stück weit abgeschnitten sind.
00:03:19: Jetzt sagt man ja in der Forschung häufig, wir haben das getestet irgendwie im Labor.
00:03:24: bei euch?
00:03:25: Ist es natürlich schwierig zu sagen, ah!
00:03:27: Wir haben das mal ausprobiert weil es geht ja um den Menschen.
00:03:31: wie sieht denn so eine Forschung aus?
00:03:33: also gibt's dann Interviews mit den Leuten oder ist es eher sehr theoretisch?
00:03:38: Forschungsprojekt verfolgen wir verschiedene Ansätze.
00:03:41: Klassischerweise organisiert in Arbeitspaketen sind insgesamt neun internationale Partner an unterschiedlichen Standorten, darunter Tschechien, Österreich, Spanien, Portugal, Dänemark und Deutschland.
00:03:55: Wir haben eben in diesen Arbeitspaketten verschiedene Methoden wie wir eben einsetzen.
00:03:59: Klasischerweise beginnt man in der Regel mit Literaturarbeiten und schaut sich das erst mal an.
00:04:05: der aktuelle Stand.
00:04:06: letztendlich zu dem Thema, was gibt es bereits?
00:04:09: Welche Evidenz bzw.
00:04:11: auch welche Erkenntnisse können wir aufsatteln?
00:04:15: und das haben wir dann genutzt um sozusagen eine Grundlage zu schaffen, um dann eigene empirische Forschungsdaten zu generieren, zu gewinnen.
00:04:23: Wir haben unter anderem Interview also eine Interview-Studie durchgeführt.
00:04:28: im Vierpartner oder in vier Beispielländern müssen wir in dem Moment im Kontext sagen Wir haben also hier eine longitudinal angelegte Interview-Studie durchgeführt.
00:04:39: Longitudinal?
00:04:41: Was bedeutet das denn?
00:04:43: Genau, das bedeutet dass wir Menschen ältere Menschen und die Menschen, die die Pflege letztendlich oder die Versorgung übernehmen mehrfach befragt haben – zu unterschiedlichen Zeitpunkten um eben nicht nur einen einzelnen Punkt der Versorgungen oder der Situation abzudecken sondern eben einen Verlauf abzubilden.
00:05:01: Das bedeutet longitudinal.
00:05:03: Das haben wir durchgeführt, wir haben darüber hinaus Policy Round Table Workshops mit relevanten Stake-Hodern durchgeführen weil es natürlich in diesem Bereich auch darum geht ja wie wir sagen Recommendations oder Polizie Empfehlungen am Ende des Tages zu erarbeiten bzw der Europäischen Kommission dann eben vorzuschlagen.
00:05:24: Und das ist ein Punkt, der ganz zentral und wichtig ist in dem Forschungsprojekt hier.
00:05:28: Wir versuchen eben diese Probleme die wir in der Langzeitversorgung also im Bereich Long-Term Care haben In einem partizipativen Ansatz zu bearbeiten beziehungsweise Lösungen zu entwickeln und wir nennen das ganze Co-Design & Community Engagement Methods.
00:05:45: Also wir wollen letztendlich versuchen Lösungen für Probleme zu entwickeln oder Lösungen zu finden, für Probleme aber ohne die Lösung zu stark vorzugeben.
00:05:57: Weil wir eben sehen dass diese Top-Down also von oben herab Ansätze zwar wichtig sind und auch notwendig sind Aber trotzdem eben unter der Voraussetzung das eben doch die Individualität der einzelnen Länder Der Regionen der Versorgungskontexte Und am Ende des Tages auch den Menschen die dort beschäftigt sind Arbeiten, die die Versorgung leisten, braucht es einen gewissen Spielraum, eine Flexibilität und deswegen versuchen wir eben in diesem Kontext gemeinsam mit den Akteuren Lösungen zu erarbeiten bzw.
00:06:31: zu entwickeln.
00:06:32: Jetzt hattest du gerade angesprochen dass es verschiedene Voraussetzungen gibt pro Land, also das Gesundheitssystem sieht ja auch überall anders aus.
00:06:39: Also wenn man sich so das vorstellt in vielen südlicheren Ländern ist es eher so dass man da auf die Familie sitzt.
00:06:45: In Deutschland ist es doch sehr kassengetrieben würde ich jetzt mal sagen.
00:06:51: Da gehen wir schon eh mal auch ins Altersheim oder Pflegeeinrichtung was zum Beispiel in Italien und Spanien gar nicht so gang und gäbe ist.
00:06:59: wie kann man das denn dann unter einen Hut bekommen obwohl es so grundsätzlich verschiedene Voraussetzungen gibt?
00:07:05: Also wir versuchen hier, das ist auch so eine schönes Moment was wir in dem Projekt eben verfolgen dass wir interdisziplinär versuchen die Fragen die eben vorhanden sind zu bearbeiten.
00:07:16: Das heißt wir haben Medizinerinnen und Medizine Wir haben Soziologen, wir haben Volkswirte also unterschiedliche Expertinnen und Experten die natürlich auch durch ihre Ausbildung unterschiedliche Methoden nutzen Und wir versuchen eben hier diesen mit dieses Methoden Portfolio zusammenzustöpseln, um am Ende den Blick oder verschiedene Perspektiven letztendlich auf diese Fragestellungen einzunehmen.
00:07:40: Und was wir in dem Kontext gemacht haben ist, dass wir versucht haben zunächst das mal zu definieren wie eigentlich dieser Long-Term Care Bereich, wie wir das organisieren können und wir haben uns hier auf den Begriff Ökosysteme geeinigt, also versuchen zu beschreiben, erst einmal zu definiern, was überhaupt ein Ökosesystem ist Komponenten letztendlich.
00:08:01: Und du hast es gerade angesprochen, zum Beispiel die Finanzierungssituation ist in den Ländern unterschiedlich und damit ergeben sich unterschiedliche Problemfelder.
00:08:11: Wir haben in diesem Ökosystem Gedanke letztendlichen verschiedene Bereiche identifiziert und eben versuchen zu beschreiben wie diese unterschiedlichen Bereiche letztendling zusammenwühren.
00:08:22: In diesem Fall haben wir jetzt konkret das nach einer gesundheitsökonomischen Perspektive ausgeprägt.
00:08:28: Wir haben also eine Mikroebene definiert, wo sich eher die individuellen Personen letztendlich wiederfinden sollen und dann haben wir eine Meso-Ebene.
00:08:35: Das ist so das operative Tagesgeschäft sage ich mal.
00:08:40: Und dann haben mir die Makoebene... regulatorischen Rahmenbedingungen, normative Maßgaben die wir definieren und wir versuchen hier in diesem Ökosystem Gedanke letztendlich eine Struktur aufzubauen an der sich alle Akteure wiederfinden im ersten Schritt.
00:08:54: Und dann eben die Frage danach gerichtet am welchen Stellschrauben kann ich jetzt eigentlich als Meso-Akteur denn das ist ein ganz zentraler Punkt den wir eben aufgreifen schrauben?
00:09:04: und ja wo kann ich was verändern?
00:09:06: in Anführungsstrichen damit die Versorgung tagtäglich leiste, am Ende personenzentrierter.
00:09:12: Denn es ist ein wesentlicher Punkt den wir hier aufgreifen, dass wir also die Langzeitversorgung personenzentriert gestalten möchten und integriert.
00:09:22: Und was bringt das?
00:09:24: Wir wollen versuchen, die Gesundheitsversorgungen für älteren Menschen grundlegend so zu verbessern, dass sie personencentrierter ist.
00:09:31: Vielleicht das nochmal an der Stelle... Was bedeutet das?
00:09:38: vermutlich die meisten von uns, früher oder später auch persönlich betreffen wird.
00:09:42: Vielleicht hat der ein oder andere schon Berührungspunkte wenn zum Beispiel Familienangehörige zu Hause gepflegt werden etc.
00:09:50: Und bei der personenzentrierten Versorgung ist es eben so dass wir versuchen wollen den Menschen als Individuum besser zu verstehen.
00:09:57: das bedeutet in der Versorgungspraxis dass wir eben nicht den Menschen oder auf einen Patienten reduzieren, der Krankheiten hat und die versorgt werden müssen.
00:10:09: Sondern dass wir letztendlich dem Patient oder den Menschen, der dahinter steht eben mit seinen individuellen Bedürfnissen, seinen Präferensen, die er hat, seinen Lebensumständen im gesunden Kontext, dem Ökosystem in dem er sich befindet, ein bisschen aufzugreifen um letztendlichen eine zufriedene Versorgung, eine bessere Versorgungen zur Gewährleistung.
00:10:31: Wie kann man dann vom Individuum ausgehend eine Lösungsmöglichkeit für die gesamte Gesellschaft erarbeiten?
00:10:37: Hier ist in Grunde genommen, was ich eben kurz schon angedeutet hatte.
00:10:41: Die Organisation des Ökosystems ganz relevant weil das Individium also die zu pflegende Personen ältere Menschen und deren Angehörige befinden sich ja in dem Fall im Versorgungskontext.
00:10:53: und dieser Versorgungskontext ist eben in der Meso-Ebene, also in einer Mittelschicht sozusagen, in einer operativen Ebene angesiedelt.
00:11:01: Und die Idee ist jetzt hier den Akteuren, die sich an dieser Mesoebene befinden, also relevante Stakeholder zu... identifizieren letztendlich und gemeinsam mit diesen Stake Holdern Impulse zu geben, wie sie die eigene Versorgung letztendlichen.
00:11:15: das kann in einem Pflegeheim sein im Altenheim.
00:11:18: Das kann den unterschiedlichsten Kontexten letztendliche stattfinden Wie Sie die eigene versorgen eben so gestalten können dass eben die Menschen, die sie versorgen zufriedener sind.
00:11:28: Dass die Bedürfnisse entsprechend berücksichtigt werden natürlich unter der Maßgabe das ist kein ich sage es mal vorsichtig, kein Wunschkonzert ist.
00:11:35: man kann nicht alles ermöglichen aber vieles.
00:11:38: und jetzt hattest du am Anfang gesagt es habt ihr so ein Arbeitspaket aufgeteilt.
00:11:42: wie lange dauert denn das Projekt?
00:11:44: wo steht dir gerade?
00:11:45: Und welche Arbeitspakete liegen denn konkret in Weirord?
00:11:47: weil das waren jetzt glaube ich neuen Partnerinstitutionen die dabei sind.
00:11:51: Ja, das Projekt hat im März hier im Jahr ist begonnen und endet in Februar.
00:11:58: Wir haben schon einen großen Teil der Arbeit geleistet und sind jetzt auf den Zielgeraden angekommen.
00:12:04: Die Universität bei Reut leistet hier einen ganz wesentlichen Beitrag, weil wir eben als Konsolzialführer nicht nur eigene Workpackages mit begleiten sondern eben diese Konsolzianführerschaft innehaben.
00:12:16: Das bedeutet dass wir also auch diese Koordinationsfunktion die Abstimmung zwischen dem Arbeitspaketen auf einer inhaltlichen Ebene, das ist ganz wesentlich.
00:12:26: Aber eben auch so die klassischen Projektmanagement-Aufgaben was so die Organisationen von Veranstaltungen, von gemeinsamen Arbeitstreffen hier mitgestalten und organisieren.
00:12:37: Und ganz am Schluss, so hat es das Thema Veranstaltungen angesprochen.
00:12:40: Gibt's dann ein großes Get-together?
00:12:42: Wir haben es geschafft und das sind die Ergebnisse.
00:12:44: oder ist es eher was Schriftliches?
00:12:46: Das geben wir jetzt an die EU weiter weil sie uns den Auftrag gegeben haben und dann hoffen wir dass daraus etwas wird.
00:12:52: Weitest!
00:12:53: Die Ergebnisse werden selbstverständlich verschriftlicht.
00:12:56: Es gibt bereits erste Publikationen, die Open Access auch verfügbar sind über unsere Homepage entsprechend runtergeladen werden können.
00:13:05: Wir planen auch, Ende des Projektes ein gemeinsames Abschluss treffen durchzuführen.
00:13:10: Hier laden wir entsprechend die interessierte Öffentlichkeit natürlich ein.
00:13:15: Wir haben einen Association Board also einen Expertenboard was uns letztendlich inhaltlich Feedback gibt zu den Themen die wir bearbeiten bzw.
00:13:23: auch kritisch einfach auf die Ergebnisse schaut und hier nochmal Impulse gibt an welchen Stellen wir vielleicht noch mal nachschärfen beziehungsweise ja worauf man nochmal blicken sollte freue ich mich, dass wir diese Abschlussveranstaltung in Bayreuth auch hier am FAZ durchführen können.
00:13:39: Das ist eine internationale Veranstaltung und natürlich ist es wichtig die Sichtbarkeit entsprechend für das Thema, für das Projekt, für die Ergebnisse zu erhöhen, zu fördern – das machen wir in dem Sinne, dass Wir Veranstaltungen planen und selber einen Veranstalten natürlich auch teilnehmen und unsere Ergebnisse dort zeigen.
00:13:56: Und am Ende wird es noch einen zweiten Teil geben!
00:14:00: Materialien, die wir entwickeln, Ergebnisbericht und ein ganz wesentlicher Punkt.
00:14:05: Ein wesentliches Ergebnis was wir eben in diesem Projekt erarbeiten wollen ist eine sogenannte Toolbox oder einen Toolkit was letztendlich den Mesoakteuren also den Einrichtungsleiterinnen und Einrichtungslitern von Altenpflege-Einrichtungen jetzt dabei helfen sollen letztendurch dieses Konzept das wir versuchen zu erarbeiten ihren Kontext letztendlich auch umzusetzen.
00:14:28: Und ich glaube das ist ein ganz, ganz wesentlicher Punkt wo unser Projekt sich auch vermutlich von anderen etwas abhebt mit konkreten Tools eben die Akteure dazu zu befähigen letzten endlich eine wissenschaftliche Evidenz eben Ihren Versorgungsrahmen so zu gestalten dass man am Ende Punkt den wir hier noch vielleicht mal besprechen können, was sicherlich für die Zuhörerinnen und Zuhöre auch spannend ist.
00:14:51: Wie man das Ganze dann auch monetarisieren also bewerten kann?
00:14:55: Denn die Frage ist natürlich... Die Versorgung muss gestaltet oder soll gestaltet werden und diese Gestaltung ist nicht für umsonst, sie ist nicht kostenlos!
00:15:03: Du hattest gerade das Thema Toolkits für die tatsächlich dann vor Ort Arbeiten angesprochen.
00:15:09: Was für Tools sind das denn wie man sich vorstellen kann?
00:15:13: Genau das sind verschiedene Qualitäten von Tools, wobei ich mit Qualität jetzt nicht gut oder schlecht meine sondern es sind unterschiedliche Ansprüche diese Tools erfüllen sollen.
00:15:23: Wir haben hierzu fünf Module vorgeschlagen bzw im Konsortium diskutiert.
00:15:28: das erste Modul da geht's darum dass ist eher um ein Verständnis zu schaffen denn wir haben natürlich in diesem Themenkomplex viele, viele Bereiche die vielleicht für den ein oder anderen neu sind bzw.
00:15:40: wo man sich erst mal verorten muss.
00:15:41: was heißt eigentlich personenzentrierte Versorgung das ist integrierte versorgen wie kann ich was bedeutet co-design?
00:15:48: und all diese Fragen beziehungsweise Themenbereiche müssen erstmal auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.
00:15:54: ja das heißt das erste Modul ist eher in Anführungsstrichen ein Wissensmodul wo es darum geht Dinge zu lernen und besser zu verstehen dann sage ja, hey das ist eine super Sache.
00:16:07: Das möchte ich gerne auch für meinen Bereich umsetzen.
00:16:11: Dann gehe ich eher in eine operative Tätigkeit über und muss im ersten Schritt – das wäre dann das zweite Modul wir nennen es im Moment Assess.
00:16:20: also die Frage wo befinde ich mich eigentlich gerade?
00:16:23: Ich brauche aus meiner Ausgangsbasis, ich brauche ein Threshold, eine Baseline, wo ich mich selber bewerten beurteilen kann und diese Beurteilung ist auch ein Tool was wir letztendlich entwickelt haben sogenannte Self-Assessment Tool, dass ich also schauen kann okay in welche Bereiche unter Berücksichtigung des Ökosystems gibt es eigentlich?
00:16:42: beziehungsweise wie gut oder schlecht bin ich in diesen Bereichen aufgestellt.
00:16:47: Das wäre so das zweite Modul.
00:16:50: und dann geht's weiter denn das ist jetzt ein wichtiger Punkt von dieser Position aus.
00:16:55: Man würde sagen, das Wortanalyse oder einen stärkenschwächen Profil durchführen.
00:16:59: Das heißt ich kann sehen okay in den Dimensionen und den Items letztendlich bin ich gut.
00:17:04: da würde jetzt wahrscheinlich erst mal etwas weniger investieren und andere Bereiche da bin ich vielleicht noch nicht so gut.
00:17:10: also lohnt es sich dort erstmal vielleicht zu investieren.
00:17:13: Und dann muss ich in die dritte Modul gehen.
00:17:16: und hier finde Ich ein Portfolio an unterschiedlichen Templates, die wir erarbeitet haben.
00:17:23: Die die Mesoakteure dazu befähigen sollen eben diese Co-Design und Community Engagement Methoden durchzuführen.
00:17:29: also wie kann ich jetzt eigentlich mit der zum Beispiel mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, die in meinem Pflegeheim sind in so einem partizipativen Prozess übergehen?
00:17:38: Wie kann ich denn die Versorgenden... Also die, man würde sagen im Englischen sagt man die Formel Caregiver, beruflich professionell das durchführen, Ärztepflege, Therapeuten etc.
00:17:50: Wie kann ich die eigentlich mit an Bord holen?
00:17:53: Und ein ganz wichtiger Punkt in der Langzeitversorgung und der Langzeitspflege ist eben die informelle Versorgung also Die Freunde, die Familienangehörigen Nachbarn jetzt weil auch die natürlich einen ganz wesentlichen Beitrag an der Versorgungen haben.
00:18:06: hier versuchen wir letztendlich den Akteuren, den Mesoakteuren es so einfach wie möglich zu machen Mit dem Menschen in den Austausch zu gehen und eben gleichzeitig einen Pfad vorzugeben, an dem ich immer noch genügend Spielraum habe um meine eigenen Ressourcen und Möglichkeiten die ich eben hab das finanzielle strukturell personelle et cetera pp.
00:18:28: trotzdem zu berücksichtigen einzubinden.
00:18:30: Und habe eben diesen Entstehungsprozess diese partizipative Methode letztendlich durchzuführen.
00:18:38: Jetzt hört sich jetzt natürlich alles sehr spannend an, aber auch sehr zeitaufwendig.
00:18:42: Ich glaube da kommen wir zu dem Thema Finanzierung weil es natürlich... Auch jetzt schon immer heißt das Geld für die Pflege ist so etwas nochmal ganz anders angegangen werden.
00:18:53: Mitarbeiter müssen geschult werden Aber es muss auch mit den Menschen vor Ort anders gearbeitet werden.
00:19:00: Wie soll das denn in unserem aktuellen Gesundheitssystem bezahlt werden?
00:19:04: Ja also die Finanzierung bleibt natürlich bestehen, so wie sie ist.
00:19:08: Das ist jetzt nicht der Ansatz den wir verfolgen, dass wir die Finanzierungsstrukturen aufweichen sondern es geht am Ende des Tages darum, wie man die Finanzierungsmöglichkeiten hat, die man hat möglichst effektiv und effizienten ist.
00:19:20: Und hierfür nutzen wir eben die Sozialrendite.
00:19:23: das ist eine Methode letztendlich, die dazu beiträgt oder versucht die Frage zu beantworten welchen gesellschaftlichen und sozialen Mehrwert letztendliche eine Intervention in diesem Bereich erzeugen kann.
00:19:36: Also wenn ich jetzt beispielsweise eine neue Kommunikationsplattform in meinem Bereich einsetze, profitieren eben mehrere Stakeholder davon und dieser Profit oder dieser positive Benefit den versucht man letztendlich zu monetarisieren.
00:19:52: Damit man am Ende sagen kann okay unsere neue Kommunications Software mit der erreichen wir so viele Leute.
00:19:59: und dann bei diesen Leuten wenn die Zufriedenheit sich dadurch verbessert weil Arbeitsabläufe besser ablaufen oder strukturiert sind, oder bei weniger Doppelbehandlungen etc.
00:20:10: Also all diese Dinge die wir haben dann kann man letztendlich hier über diesen S-Roi also den Social Return und Invest letzten endlich zeigen okay der investierte Euro erzeugt einen höheren Impact.
00:20:23: Wenn der Euro in die Hand genommen wird für zum Beispiel eine Software Dann hat nicht nur der Patient was davon.
00:20:28: im besten Fall werden Sachen nicht doppelt gemacht vielleicht kriegt da noch das Familienmitglied entsprechende Infos, die es vorher gar nicht gab oder die wir in einem zusätzlichen Gespräch geführt werden müssen.
00:20:39: Und unterm Strich wird der Euro einfach anders eingesetzt und nicht verdoppelt?
00:20:44: Genau!
00:20:44: Es geht im Endeffekt darum was du gerade gesagt hast wenn der Familienangehörige beispielsweise dadurch eine Entlastung erfährt.
00:20:51: und diese Entlastungen führt ja dazu, dass ich mehr Freizeit habe.
00:20:54: Und diese Entlastung um jetzt bei diesem Beispiel mal zu bleiben versucht man eben über diese Methode einem Geld wert zuzuschreiben und dann kann man eben sagen okay es lohnt sich das Tool oder dieser Software beispielsweise einzuführen weil eben andere Akteure auch davon profitieren.
00:21:10: aber wir können dadurch zeigen dass die gesellschaftlichen Auswirkungen nicht nur in der einzelnen Versorgungs Leistung hängen, sondern dass natürlich auch andere involvierte Personen davon profitieren können und damit eben zeigen.
00:21:23: Dass es sich aus zwei Seiten lohnt personenzentriert und integriert die Langzeitversorgung zu organisieren nämlich erstens das ich am Ende dem Mensch in den Fokus rücke und seine Bedürfnisse etc.
00:21:36: fokussiere ja.
00:21:37: und auf der anderen Seite ist es eben hier auch so dass wir zeigen wollen dass es sich Aus einer gesundheitsökonomischen Perspektive wohnt.
00:21:45: Ach und das ist spannend?
00:21:48: Ich finde einfach, dass Thema Gesundheit etwas was uns alle betrifft.
00:21:53: Gesundheit ist wirklich ein besonderes Gut.
00:21:56: Wir sagen konditionales Gut dazu.
00:21:58: es ist wie Frieden Freiheit eben eine Voraussetzung um sich entwickeln zu können.
00:22:03: Und ich find's spannend hier Fragen zu beantworten.
00:22:06: natürlich in der Forschung hat man ganz spezielle Fragen die man sich dann stellt aber einfach diesen thema vielleicht einen stückweit beziehungsweise Antworten zu finden, damit nicht nur ich am Ende des Tages eine Aufgabe habe sondern auch etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.
00:22:21: Denn letztendlich ist es so Gesundheit ist etwas dafür braucht es ne Gesellschaft das brauchten gesellschaftlichen Zusammenhalt und wir alle profitieren davon wenn wir Verantwortung übernehmen aber eben auch für andere in diesem Gesundheitsbereich letztendling auch einstehen bzw eine Mitverantwortung tragen.
00:22:39: Du hast gesagt, du arbeitest in der Gesundheitsökonomie.
00:22:42: Das ist ja grundsätzlich schon ein interdisziplinärer Bereich.
00:22:46: Die Uni Bayreuth ist aber natürlich auch in vielerlei Hinsicht trotzdem wahrscheinlich ein gutes Spielfeld, um noch mehr Partner zu finden.
00:22:53: Gibt es jemanden, wo du sagst, mit dem würde ich mich gerne mal über diesen Forschungsbereich austauschen oder da werden vielleicht noch einen anderen Blick darauf ganz spannend?
00:23:01: Es gibt ganz viele Wissenschaftsbereiche, aber auch Persönlichkeiten, mit denen ich mich gern austausche.
00:23:08: ist natürlich auch die Frage, wie hier... die Informatik mit reinspielen kann, Perspektiven stellen.
00:23:14: Wir sehen natürlich das künstliche Intelligenz
00:23:16: etc.,
00:23:17: PP auch in der Gesundheitsversorgung und in der medizinischen Versorgung heutzutage nicht mehr wegzudenken sind an vielen Stellen.
00:23:24: Und ich glaube hier ist es spannend eben mit dem Fachbereich der Informatika vielleicht mal in den Austausch zu gehen und eben zu schauen okay welche gemeinsamen Schnittstellen finden wir hier?
00:23:34: Wie kann man die gegebenenfalls mit einer gemeinsamen Forschungsaktivität verknüpfen?
00:23:39: Das hört sich doch gut an.
00:23:40: Da haben wir schon das nächste Projekt ab, mehr als siebenundzwanzig!
00:23:43: Wenn das hier ausgelaufen ist dann geht er mal in Richtung KI.
00:23:47: Ja dann würde ich sagen vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast mir ein bisschen was über deine Forschung zu erzählen.
00:23:52: Gerne
00:23:52: es war sehr schön
00:23:53: und für alle die uns zuhören vielen dank dass ihr dran geblieben seid.
00:23:57: ansonsten freue mich wenn wir uns in zwei Wochen wieder hören.
00:24:09: Schnitt oder Sack,
00:24:10: Sounds,
00:24:11: Audio, Hub und Hörspielbox.de.
00:24:13: Social Media, die Ruhrenecke.
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